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Verbot der deutschen Schrift
Die deutsche Schrift wurde von den Nazis bzw. durch den 1941 durch den berüchtigen Bormann-Erlaß aberschafft bzw. verboten, denn in solche radikalen Zeiten, kam der Erlaß zur Abschaffung einem Verbot gleich.
Adolf Hitler hatte seine langfristigen Ziele schon 1934 auf dem Reichsparteitag verkündet:
„Eure vermeintliche gotische Verinnerlichung paßt schlecht in das Zeitalter von Stahl und Eisen, Glas und Beton, von Frauenschönheit und Männerkraft, von hochgehobenem Haupt und trotzigem Sinn …
Unsere Sprache wird in hundert Jahren die europäische Sprache sein. Die Länder des Ostens, des Nordens wie des Westens werden, um sich mit uns verständigen zu können, unsere Sprache lernen. Die Voraussetzung dafür: An die Stelle der gotisch genannten Schrift tritt die Schrift, welche wir bisher die lateinische nannten…“
Wenige Jahre später verwirklichte er seine Ankündigung. Dem „Neuaufbau Deutschlands“ folgte jetzt der „Neuaufbau der Welt“.
1940 hatte das Deutsche Reich Österreich, Tschechien, Teile Polens, Norwegen, Dänemark, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und Frankreich vereinnahmt. Der 2. Weltkrieg verlief für Deutschland siegreich. Hitler war auf dem Höhepunkt seiner Macht.
Joseph Goebbels begleitete die Eroberungen propagandistisch. Anfang 1940 entwickelte er eine neue deutschsprachige Zeitung für internationale Leser. Am 15. März 1940 erschien „Das Reich“ zum ersten Mal, gesetzt in Antiqua. Bei einer geheimen Ministerkonferenz im Propagandaministerium wurde am 27. März 1940 beschlossen, für sämtliches zur Verbreitung im Ausland bestimmtes Propagandamaterial ausschließlich den dort üblichen Antiqua-Druck zu verwenden.
Hitler läßt Bormann den sog. "Bormann-Erlaß" verfassen; Keine "Juden-Lettern" mehr
Am 3. Januar 1941 fällte der „Führer“ Adolf Hitler seine Entscheidung. Die gotischen Schriften seien sämtlich zugunsten der „Normal-Schrift“ aufzugeben. In einem nichtöffentlichen Rundbrief ließ Hitler seinen Vertrauten Martin Bormann verbreiten:
Rundbrief Martin Bormanns vom 3. Januar 1941 mit dem Erlaß Adolf Hitlers, die Antiqua als „Normal-Schrift“ einzuführen.
„Die sogenannte gotische Schrift als eine deutsche Schrift anzusehen oder zu bezeichnen ist falsch. In Wirklichkeit besteht die sogenannte gotische Schrift aus Schwabacher Judenlettern. Genau wie sie sich später in den Besitz der Zeitungen setzten, setzten sich die in Deutschland ansässigen Juden bei Einführung des Buchdrucks in den Besitz der Buchdruckereien und dadurch kam es in Deutschland zu der starken Einführung der Schwabacher Judenlettern.
Am heutigen Tage hat der Führer in einer Besprechung mit Herrn Reichsleiter Amann und Herrn Buchdruckereibesitzer Adolf Müller entschieden, daß die Antiqua-Schrift künftig als Normal-Schrift zu bezeichnen sei.
Nach und nach sollen sämtliche Druckerzeugnisse auf diese Normal-Schrift umgestellt werden. Sobald dies schulbuchmäßig möglich ist, wird in den Dorfschulen und Volksschulen nur mehr die Normal-Schrift gelehrt werden.
Die Verwendung der Schwabacher Judenlettern durch Behörden wird künftig unterbleiben; Ernennungsurkunden für Beamte, Strassenschilder u. dergl. werden künftig nur mehr in Normal-Schrift gefertigt werden.
Im Auftrage des Führers wird Herr Reichsleiter Amann zunächst jene Zeitungen und Zeitschriften, die bereits eine Auslandsverbreitung haben, oder deren Auslandsverbreitung erwünscht ist, auf Normal-Schrift umstellen.“
Hitlers eigenartige Begründung steht im krassen Widerspruch zu allen jemals ausgetauschten Argumenten des jahrzehntelangen Schriftstreits. Zur Entstehungszeit der Schwabacher im 15. Jahrhundert war der Besitz von Druckereien Christen vorbehalten. Die Schrift selbst hat ihre Wurzeln in der fränkischen Bastarda, einer traditionellen gotischen Schrift.[1] Viel bedeutender als die Schwabacher war die Fraktur aus dem Umfeld des deutschen Kaisers Maximilian I. Der polemische Begriff „Schwabacher Judenlettern“ wird meist als Ausdruck von Hitlers Judenhass und Abneigung alles Gotischen interpretiert. Andere halten ihn für einen raffinierten Propagandatrick zur Schwächung deutscher Schriftvereine, die deutsche Sprache und gebrochene Schrift als kulturelle Einheit begreifen.
Am 13. Januar 1941 leitete Hans Heinrich Lammers diesen Beschluß an die obersten Reichsbehörden weiter, allerdings mit einer etwas sinnvolleren Begründung, nämlich daß „die Verwendung der fälschlicherweise als gotische Schrift bezeichneten Schriftzeichen den deutschen Interessen im In- und Auslande schade, weil Ausländer, die die deutsche Sprache beherrschen, diese Schrift meist nicht lesen können“.
Erlaß mit genauen Anweisungen für die neue Schrift
Am 1. September 1941 regelt ein Erlaß des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung den Schreibunterricht an Schulen. Die 1935 eingeführte „deutsche Volksschrift“, eine Variante der gebrochenen Sütterlinschrift, wird aufgegeben. Stattdessen soll ab dem Schuljahr 1941/42 nur noch eine lateinische Schreibschrift, die neue „deutsche Normalschrift“, unterrichtet werden. Der Erlaß enthält auch genaue Anweisungen zum Aussehen der Schrift.
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August 24. 2008 02:33:12